Zum Tod von Martl Schmid
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Zum Abschied von Martl Schmid - dem "Vater des Schaustollens"
Liebe Mitglieder und Freunde des Kreisentwicklungsvereins,
liebe LAG-Mitglieder,
heute haben wir Martl Schmid zu Grabe getragen. Sein Tod bewegt seine Familie, seine Freunde und viele Menschen, die ihm in seinem langen ehrenamtlichen Wirken begegnet sind.
Auch die LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land ist mit Martl Schmid besonders verbunden.
Martl war Mitglied der LAG und war, so oft es ihm möglich war, bei unseren Sitzungen und Veranstaltungen dabei. Er brachte sich ein, interessierte sich für die unterschiedlichsten Projekte und Ideen und verfolgte die Entwicklung in unserer Region mit großer Aufmerksamkeit. Für die Kreisentwicklung und für unseren Verein hat er sich mit viel persönlichem Engagement und großer Verbundenheit eingesetzt.
Der Deisenrieder Wetterstollen war und ist eines unserer Leuchtturmprojekte. Als Kooperationsprojekt von zwei LAGs und den Gemeinden Fischbachau und Bad Feilnbach steht er für das, was LEADER ausmacht: eine Idee aus der Region, Menschen mit Überzeugung und Beharrlichkeit – und viele Partner, die gemeinsam etwas für die Heimat auf den Weg bringen.
Heute ist der Deisenrieder Stollen ein lebendiger Ort der Erinnerungskultur, an dem Bergbaugeschichte für Einheimische und Gäste erfahrbar wird.
Michael Pelzer hat für die Mitglieder des Kreisentwicklungsvereins und der LAG die folgende Würdigung geschrieben:
Worte von Michael Pelzer
"Der Deisenrieder Wetterstollen war eins unserer ersten LEADER- Projekte. Es hat sich über zwei Förderperioden hinaus erstreckt – als Gemeinschaftsprojekt von zwei LAGs und von zwei Gemeinden (Fischbachau und Bad Feilnbach).
Wie so oft: Eine Idee, Menschen, die sie leidenschaftlich verfolgen, alle Hürden überwindend. Grund genug, an den zu erinnern, den wir heute zu Grabe haben tragen mussten: Martl Schmid.
Der Deisenrieder Stollen war dem Martl sein Projekt- Ohne den Martl wäre er nicht möglich gewesen. Ohne ihn, der als 16jähriger Lehrbub noch ins Haushamer Bergwerk eingefahren war, ohne sein leidenschaftliches Engagement, seine Hartnäckigkeit und die seiner Freunde wäre es nicht gelungen, die Gemeinderäte von Fischbachau und Bad Feilnbach, Behörden und Bewilligungsstellen zu überzeugen, dieses Projekt als einen prägenden Baustein der Geschichte unseres Landkreises ins Gedächtnis zu rufen. Es ist ein lebendiger Beitrag zur Heimatgeschichte geworden.
Über 100 Jahre Bergwerkskultur in unserem Landkreis - in Hausham, in Miesbach, in Marienstein - haben einen besonderen Menschenschlag geprägt. Einen, von dem wir lernen können.
Bergwerksleute – das waren Menschen mit Verlässlichkeit. Menschen, die wussten, dass sie aufeinander angewiesen sind. Menschen mit gelebter Solidarität. Ein Ja war ein Ja. Und ein Nein war ein Nein. Da war für Egoismus kein Platz.
Bergwerkskultur, das war auch Weltoffenheit, weil unter Tage die Menschen aus vielen Ländern zusammenkamen. Das hat den Respekt vor dem Anderen und damit auch vor dem Anderssein geprägt.
Aus ihrer Arbeit entstand ein mitmenschlicher Stolz. Waren sie es doch, die mit ihrer Hände Arbeit dem Land die Energie gegeben haben als Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg.
Die vielen Besucher aus Nah und Fern beweisen es: Der Martl hat mit dem Deisenrieder Stollen ein lebendiges Zeichen unserer Geschichte auf den Weg gebracht. Auftrag und Mahnung auch für uns: Eine Gesellschaft zu sein, die Bodenständigkeit, Zusammenhalt, Respekt und Verlässlichkeit lebendig leben.
Vergelt’s Gott Martl und ich bin sicher. Da wo Du jetzt bist gibt’s sicher eine Knappenkapelle. Und die spuit jetzt auf."
Als LAG-Management möchte ich diesen Gedanken mit einem Satz verbinden, den Felix Stahl im Merkur anlässlich des Todes von Martl Schmid formuliert hat:
„Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“
— Felix Stahl, zitiert im Münchner Merkur, 18. August 2026
Dieser Satz beschreibt aus unserer Sicht sehr treffend, was Martl Schmid hinterlässt: Er hat die Bergbaugeschichte nicht nur bewahrt, sondern sie mit Leidenschaft, Wissen und ehrenamtlichem Engagement für die nächsten Generationen lebendig gemacht.
Vergelt’s Gott, Martl.
Glück Auf.
Michael Stacheter
LAG-Management der LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land e. V.
Quelle zum Zitat: Münchner Merkur, „Trauer um den ‚Schmid Martl‘“, 18.08.2026.

Foto vom 10.11.2025 (8. Sitzung des Entscheidungsgremiums) Übergabe eines Stücks des Schaustollens zum Abschluss des LEADER-Projektes: v.l. Michael Pelzer, Bernhard Lidschreiber und Martl Schmid

Exkursion der LAG im Deisenrieder Wetterstollen am 29.07.2024 mit Martl
Michael Stacheter
LAG-Manager und Geschäftsleitung der LEADER LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land e.V.
LAG Kreisentwicklung Miesbacher Land e.V.
Regionalentwicklung Oberland KU
Rathausplatz 2
83714 Miesbach
