• Unser Weg zur neuen Entwicklungsstrategie

Noch bis Ende des Jahres 2022 läuft die aktuelle LEADER-Förderperiode, in der sich der Landkreis zum ersten Mal an dem europäischen Förderprogramm beteiligt. Staatsministerin Michaela Kaniber hat parallel dazu die bayerischen LEADER-Aktionsgruppen aufgerufen ihre Entwicklungsstrategien für die kommende Förderperiode 2023-2027 zu überarbeiten. Die Entwicklung neuer Ziele für die kommende Förderperiode 2023-2027 ist als Beteiligungsprozess angelegt. Begleitet werden wir in diesem Prozess durch die Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf. Denn wir sind Modellregion im Projekt "Resilienz und Landentwicklung" des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Im Modellprojekt untersucht das Staatsministerium gemeinsam mit der LAG Miesbach, wie das Förderprogramm LEADER einen Beitrag zur Krisenfestigkeit des Landkreises leisten kann. Hierfür nehmen wir den Landkreis Miesbach besonders unter den zwei Fragestellungen „Was macht uns heute schon widerstandsfähig gegen Krisen?“ und „Was macht uns besonders verwundbar?“ in den Blick.

Resilienz ist mit vielen Bedeutungen belegt. In der Psychologie beschreibt sie die Fähigkeit von Personen sich nach Schicksalsschlägen oder persönlichen Krisen wieder zu erholen. In unserem Fall wollen wir mit dem Konzept dazu beitragen den Landkreis Miesbach widerstandsfähig gegen Krisen und damit "fit für die Zukunft" zu machen. Lesen Sie hierzu auch gerne unser Info-Heft "Widerstandsfähige Regionen"

Die Ergebnisse unserer Arbeit aktualisieren wir laufend, während wir sie erarbeiten.

Arbeitsschritt 1: Evaluieren

Seit 2014 ist der Landkreis Miesbach LEADER-Region im gleichnamigen europäischen Förderprogramm. In diesem Zeitraum konnte die Lokale Aktionsgruppe über 30 Projekte in die Umsetzung begleiten. Die Verwendung der Gelder und der Umsetzungsstand der Ziele der Entwicklungsstrategie wurde durch das LAG-Management evaluiert. Begleitend hatten LAG-Mitglieder, Projektträger*innen und kommunalpolitische Entscheidungsträger*innen die Möglichkeit ihre Meinung zum Stand des Förderprogramms in einer Online-Befragung vom 15. April bis 03. Mai 2021 zu teilen.

Ergebnisse der Evaluierung

Ergebnisse der Online-Befragung von LAG Mitgliedern

Ergebnisse der Online-Befragung von Projektträger*innen

Ergebnisse der Online-Befragung von kommunalen Entscheidungsträger*innen

 

Die Ergebnisse aus Evaluierung und Befragung reflektierten ca. 30 Teilnehmer*innen in unserer Ideenwerkstatt "LEADER ZUKUNFTS.Perspektiven"

Ergebnisse der Ideenwerkstatt "LEADER ZUKUNFTS.Perspektiven"

Pressemitteilung zur Ideenwerkstatt "LEADER ZUKUNFTS.Perspektiven"

Arbeitsschritt 2: Den Landkreis im Blick

Grundlage für die neuen Ziele ist eine umfangreiche Analyse der Ausganssituation. Dabei wurden über 100 Indikatoren aus acht Themengebieten wie Energie, Siedlungsentwicklung, Landwirtschaft, Kultur&Bildung, usw. erhoben. Aus diesen Daten und Fakten zum Landkreis Miesbach wurde eine sog. SWOT-Analyse (Stärken/Schwächen - Chancen/Risiken) abgeleitet. Die SWOT-Analyse soll übersichtlich darstellen, welche Entwicklungen innerhalb des Landkreis Miesbach positiv (Stärken) oder negativ (Schwächen) wirken. Außerdem betrachtet die SWOT-Analyse welche Trends und Entwicklungen außerhalb des Landkreises gut (Chancen) oder schlecht (Risiken) für eine gesunde Entwicklung des Landkreises sind. 

Um einzuschätzen, in welchen Bereichen der Landkreis Miesbach besonders gut aufgestellt ist (Ansätze für Resilienz) und wo der größte Handlungsbedarf (Gefährdungen) besteht wurde die SWOT-Analyse durch eine Verwundbarkeitseinschätzung ergänzt.  

Die SWOT-Analyse wurde in zwei Workshops in einem kleinen Kernteam aus kommunalpolitischen Entscheidungsträger*innen, Expert*innen und LAG-Mitgliedern vorbereitet und im nächsten Arbeitsschritt präsentiert. 

Dokumentation der SWOT-Analyse Workshops

Aktueller Stand der SWOT-Analyse

Arbeitsschritt 3: Handlungsbedarfe ermitteln

Die Ergebnisse der SWOT-Analyse sind die Grundlage für die Formulierung von Handlungsbedarfen. Sie drücken aus, was in Zukunft angepackt und erreicht werden muss, um den Landkreis Miesbach als attraktiven Lebensraum zu erhalten. Es kann sich dabei um die Stärkung bzw. Erhaltung von Vorhandenem handeln. Aber auch neue Ideen und Wege können dort entwickelt werden. 

Strukturiert wurde die Erarbeitung von Handlungsbedarfen durch drei Fragestellungen:

Was muss im Landkreis Miesbach getan werden?

Warum muss es getan werden bzw. wohin wollen wir uns damit entwickeln?

Wie wollen wir die Vorstellung erreichen bzw. was soll Grundlage unseres Handelns sein?

Die Handlungsbedarfe wurden von ca. 25 Teilnehmer*innen unserer Strategiewerkstatt "Handlungsperspektiven" auf dem Berghof Agatharied am 14. Juli 2021 erarbeitet.

Ergebnisse der Strategiewerkstatt "Handlungsperspektiven"

Bodenbild Handlungsbedarfe

Arbeitsschritt 4: Ziele formulieren

Dem Zielsystem der Lokalen Entwicklungsstrategie kommt eine besondere Bedeutung zu. Projektideen, die gefördert werden wollen, müssen immer erläutern an welchen Stellen sie einen Beitrag zu den formulierten Zielen leisten können. Die Ziele entscheiden damit über die Projekte. Unterschieden wird in Entwicklungsziele und Handlungsziele:

Entwicklungsziele: beschreiben Zukunftsbilder, denen man durch die Projekte näher kommen will. Sie sollen aber nicht unbedingt innerhalb des Zeitraums einer Förderperiode erreicht werden.

Handlungsziele: sind kurz- und mittelfristige Ziele. Sie sollen im Laufe einer Förderperiode erreichbar sein und mit messbaren Zielgrößen verbunden sein.

 disAus den Ergebnissen der Strategiewerkstatt haben wir sechs Entwicklungsziele vorbereitet, die wir im Rahmen der Regionalkonferenz am 28.09.2021 diskutiert und mit entsprechenden Handlungszielen ergänzt haben:

Übersicht Entwicklungsziele

Übersicht Handlungsziele

Die LEADER-Regionalkonferenz nachschauen:

Arbeitsschritt 5: Strukturen zur Mitarbeit aufbauen

LEADER fordert in der Umsetzung eine breite Beteiligung. Deshalb engagieren sich die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe in unterschiedlichen Gremien. Jedes Gremium trifft unterschiedliche Entscheidungen und nimmt verschiedene Aufgaben wahr. Der Vorstand leitet gemeinsam mit dem LAG-Manager die Geschäfte des Vereins, die Mitgliederversammlung überwacht die Umsetzung der Entwicklungsstrategie, der Lenkungsausschuss entscheidet über die Projektauswahl und der Fachbeirat steht der Aktionsgruppe dabei als Expert*innen zur Seite.

Im Rahmen einer Prozesswerkstatt am 14.10.2021 haben wir gemeinsam darüber diskutiert, welche Strukturen sich in der Projektauswahl bewährt haben und damit fortgeführt werden sollen. Und welche eine Überarbeitung für die neue Entwicklungsstrategie benötigen. Das LAG Management erarbeitet derzeit aus den Ergebnissen der Prozesswerkstatt einen Vorschlag für das Projektauswahlverfahren für die Förderperiode 2023-2027.

Sie wollen mitarbeiten oder uns Ihre Meinung sagen?

Leider konnten wir durch die Kontakt- und Veranstaltungsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht im gleichen Rahmen Beteiligung ermöglichen, wie wir das gerne getan hätten. Wir wollen Ihnen trotzdem die Möglichkeit bieten, sich zu informieren und mitzuarbeiten. Wir haben aus diesem Grund alle Ergebnisse unseres Weges zur neuen Lokalen Entwicklungsstrategie hier veröffentlicht.

Wenn Sie Ergänzungen haben, Fragen entstehen oder Sie gerne im persönlichen Gespräch über unseren Weg informiert werden wollen, melden Sie sich gerne bei uns!

Simon Kortus (LAG Manager)

Tel: 08025/99 37 228

Kontaktaufnahme per Mail